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Biographie

April 2026

„Welch ein talentierter Geiger! Wunderbarer Klang, sehr virtuos, starke und gut koordinierte Finger und eine insgesamt ausgezeichnete musikalische Struktur!" – David Oistrach

„… ein Gefühlsmusiker, der russische Intensität mit einer wienerischen Fülle und Geschmeidigkeit der Tongebung verbindet. Bei ihm sind Innigkeit und leidenschaftliches Bekenntnis in besten Händen." – Süddeutsche Zeitung

Boris Kuschnir wurde 1948 in Kiew in eine Musikerfamilie geboren und studierte am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium Geige bei Boris Belenkij und Kammermusik bei Valentin Berlinskij (Borodin-Quartett).

Nachhaltigen Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung hatten seine wiederholten Begegnungen mit Dmitrij Schostakowitsch (Zusammenarbeit an seinen letzten Quartetten) und David Oistrach, der ihn auch unterrichtete. Seine Karriere begann 1969, als er einer von drei Gewinnern beim Allunionswettbewerb in Leningrad war und im Finale das Beethoven-Violinkonzert mit den Leningrader Symphonikern unter der Leitung von Yuri Temirkanov spielte.

In der Folge gewann er zahlreiche Preise bei internationalen Geigen- und Kammermusikwettbewerben (Paris, Belgrad, Sion, Trapani, Bratislava, Florenz, Triest, Gorizia, Hamburg, Vercelli). 1970 gründete er das Moskauer Streichquartett und war bis 1979 dessen ständiges Mitglied. Seit 1981 lebt er in Österreich; 1982 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Er ist seit 1984 Professor an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien und seit 1999 auch ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

Seine pädagogische Tätigkeit fand internationale Anerkennung im Zusammenhang mit der künstlerischen Laufbahn seiner Schüler Julian Rachlin (1. Preis Internationaler Eurovisionswettbewerb, Amsterdam 1988), Nikolaj Znaider (1. Preis Königin Elizabeth Wettbewerb, Brüssel 1997), María Dueñas (1. Preis Yehudi Menuhin Competition in Richmond, USA 2021; 1. Preis Internationaler Viktor Tretyakov Violin Wettbewerb in Krasnoyarsk, Russland 2021; 1. Preis Internationaler Vladimir Spivakov Violinwettbewerb, Ufa; und 1. Preis Zhuhai International Mozart Competition in Zhuhai, China 2017), Sergey Dogadin (1. Preis Internationaler Tchaikovsky Wettbewerb in Moskau, 2019; 1. Preis Singapore International Violin Competition, 2018; 1. Preis Internationaler Joseph Joachim Violin Wettbewerb, Hannover 2015; Grand Prix beim Internationalen Yuri Yankelevich Violinwettbewerb in Omsk, Russland 2013; 2. Preis des Internationalen Isaac Stern Violinwettbewerbs, Shanghai 2016), Pavel Milyukov (3. Preis beim Internationalen Tchaikovsky Wettbewerb in Moskau, 2015; 1. Preis Aram Khachaturian International Competition, 2012; 2. Preis Seoul International Music Competition, 2012), Diana Tishchenko (1. Preis Long Thibaud Wettbewerb, Paris 2018), Lidia Baich (1. Preis Internationaler Eurovisionswettbewerb, Wien 1998), Dalibor Karvay (1. Preis Internationaler Eurovisionswettbewerb, Berlin 2002; 1. Preis Internationaler Tibor Varga Wettbewerb, Schweiz 2003; 1. Preis Internationaler David Oistrach Violinwettbewerb, Moskau 2008), Alexandra Soumm (1. Preis Internationaler Eurovisionswettbewerb, Luzern 2004), Lorenzo Gatto (2. Preis Königin Elizabeth Wettbewerb, Brüssel 2009), Eugene Chepovetsky (1. Preis Internationaler Oleh Krysa Violinwettbewerb, Lviv / Ukraine 2019; 1. Preis Internationaler Andrea Postacchini Violinwettbewerb, Italien 2019; 2. Preis Internationaler David Oistrach Wettbewerb, Moskau 2008), Yuuki Wong (2. Preis Michael Hill Wettbewerb, Neuseeland 2007), Julia Turnovsky (3. Preis Internationaler David Oistrach Violinwettbewerb, Moskau 2008), Ondrej Janoska (Janoska Ensemble) und Aleksey Igudesman (Igudesman & Joo).

Darüber hinaus unterrichtete er mehr als 40 Preisträger:innen nationaler und internationaler Musikwettbewerbe; einigen seiner Schüler:innen wurden Professuren an Universitäten verliehen, sie spielen in zahlreichen Kammerensembles und Orchestern weltweit – sieben seiner Studenten sind heute Mitglieder der Wiener Philharmoniker.

Er ist immer wieder als Dozent von Meisterklassen – etwa bei der Verbier Festival Academy oder der Kronberg Akademie – sowie als Jurymitglied internationaler Wettbewerbe tätig: u. a. Königin Elizabeth Wettbewerb in Brüssel, Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau, Internationaler Violinwettbewerb Indianapolis, Niccolò Paganini Wettbewerb in Genua, Long Thibaud Wettbewerb in Paris, Joseph Joachim Wettbewerb in Hannover, Singapore International Violin Competition, Tibor Varga Competition in der Schweiz, Michael Hill Competition in Neuseeland, Eurovision Competition, David Oistrakh Competition in Moskau, Internationaler Vladimir Spivakov Violinwettbewerb in Ufa, Internationaler Yuri Yankelevich Violinwettbewerb in Omsk, Pablo de Sarasate Competition in Pamplona, George Enescu Competition in Bukarest, Seoul International Music Competition, Violin Masters in Monte Carlo, ARD International Music Competition in München, Louis Spohr Wettbewerb in Weimar, Classic Strings Competition in Dubai, Internationaler Andrea Postacchini Violinwettbewerb in Fermo, Aram Khachaturian International Competition in Yerevan und Internationaler Melbourne Kammermusikwettbewerb.

1984 gründete er das international vielfach ausgezeichnete Wiener Schubert Trio (u. a. 1. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb „Sergio Lorenzi" in Triest 1985, unter Jurypräsident Sándor Végh; Mozart-Interpretationspreis 1988; Preis der Ernst-von-Siemens-Stiftung 1990). Als Solist und Kammermusiker spielte Boris Kuschnir in den wichtigsten Musikzentren der Welt: Musikverein Wien, Carnegie Hall und Grand Hall – New York, Teatro alla Scala – Milano, La Fenice – Venedig, Concertgebouw – Amsterdam, Berliner Philharmonie, Wigmore Hall – London, Théâtre des Champs-Élysées – Paris, Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums – Moskau, Ishibashi Memorial Hall und Suntory Hall – Tokio. Dazu Auftritte bei großen internationalen Festivals: Salzburger Festspiele, Verbier Festival (Schweiz), Gidon Kremers Lockenhaus Festival, Wiener Festwochen, Besançon, Washington, Spoleto, Neapel, Stresa, Bregenzer Festspiele, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, December Evenings (Swjatoslaw Richter Winterfestival) in Moskau, Weiße Nächte in St. Petersburg, Julian Rachlin & Friends in Dubrovnik.

Zu seinen kammermusikalischen Partner:innen zählen Persönlichkeiten wie Evgeny Kissin, Elisabeth Leonskaja, Boris Berezovsky, Leif Ove Andsnes, Jean-Yves Thibaudet, Itamar Golan, Stefan Vladar, Julian Rachlin, Nikolaj Znaider, Maxim Vengerov, Dmitry Sitkovetsky, Renaud Capuçon, David Garrett, Yuri Bashmet, Gérard Caussé, Nobuko Imai, Lawrence Power, Veronika Hagen, David Carpenter, Antoine Tamestit, Lars Anders Tomter, Mischa Maisky, Boris Pergamenschikow, Natalia Gutman, Miklós Perényi, Steven Isserlis, Gautier Capuçon, Sol Gabetta, Gary Hoffman, Jean-Guihen Queyras, Ivan Monighetti sowie Hatto Beyerle, Thomas Kakuska und Valentin Erben vom Alban Berg Quartett.

Er hat als Solist und Kammermusiker zahlreiche Aufnahmen produziert, unter denen die Gesamteinspielung der Mozart'schen Klaviertrios, von EMI anlässlich des Mozartjahres 1991 veröffentlicht, besonders herausragt.

1993 gründete er das Wiener Brahms Trio, welches sein Debüt bei Kremers Kammermusikfestival in Lockenhaus gab. 1996 gewann das Trio den ersten Preis beim 9. Internationalen Kammermusikwettbewerb in Illzach (Elsass, Frankreich). 1999 erschien vom Wiener Brahms Trio die Gesamtaufnahme der Schumann'schen Werke für Klaviertrio auf zwei CDs bei NAXOS. Im Jahr 2002 war Boris Kuschnir Mitbegründer des Kopelman Quartetts, mit dem er seither in der ganzen Welt konzertiert und bei Nimbus Records und Wigmore Hall Live CDs veröffentlicht hat.

1999 verlieh der Österreichische Bundespräsident Dr. Thomas Klestil den Berufstitel „Professor" an Boris Kuschnir. 2008 verlieh der Österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer das „Große Silberne Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich", 2013 das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse". Im Mai 2019 wurde Boris Kuschnir für seine Verdienste von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer das „Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark" verliehen. Im Dezember 2014 verlieh der Präsident des Chinesischen Central Conservatory of Music in Peking Boris Kuschnir die Ehrenprofessur.