Als Musiker
Musik
Boris Kuschnir ist dem Konzertpodium seit über einem halben Jahrhundert verbunden. Solistisch und in Kammermusik-Besetzungen hat er die großen Säle Europas bespielt – den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus, die Philharmonie Berlin, die Londoner Wigmore Hall, das Concertgebouw in Amsterdam, das Théâtre des Champs-Élysées. Auch in Tokyo, Moskau, Leningrad, New York und Los Angeles hat er gespielt. Die Landkarte seiner Auftritte ist zugleich eine Landkarte der musikalischen Zentren des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die Ensembles
Dreimal hat er ein Ensemble mitbegründet, dreimal für Jahre gestaltet – das Wiener Schubert Trio, das Kopelman Quartett und das Wiener Brahms Trio. Jede dieser Formationen hatte ein eigenes Temperament, aber dieselbe Grundhaltung: die Kammermusik als ernsthafteste Form des Zuhörens.
Ein Quartett ist ein Gespräch unter vier Freunden, die sich manchmal streiten. Aber sie hören einander immer zu – auch dann, wenn sie nicht einverstanden sind.
Aufnahmen
Zahlreiche Einspielungen dokumentieren diese Arbeit. Das Kopelman Quartett hat bei Wigmore Hall Live ausgewählte Werke von Schostakowitsch, Tschaikowski und Borodin aufgenommen. Mit dem Wiener Brahms Trio entstanden Aufnahmen der Klaviertrios von Brahms, Dvořák und Schubert. Hinzu kommen Sonatenprogramme und Rundfunkmitschnitte, die sich über vier Jahrzehnte erstrecken.
Repertoire
Das Repertoire reicht von Bach über die Wiener Klassik und die großen romantischen Konzerte bis zur Moderne. Besondere Nähe pflegt Boris Kuschnir zur Musik Schostakowitschs und Schnittkes – Komponisten, in deren Stimme er einen doppelten Boden erkennt, den die russische Geigenschule zu lesen gelernt hat.
Partner
Auf der Bühne und im Studio hat er mit Dirigenten wie Mariss Jansons, Lorin Maazel, Neeme Järvi und Kurt Masur zusammengearbeitet, mit Pianisten wie Pavel Gililov, Oleg Maisenberg, Boris Berezovsky und mit einer Generation von Solisten, die heute selbst auf den großen Bühnen stehen.