Rezensionen

Stimmen zu Konzerten des Wiener Schubert Trios, des Wiener Brahms Trios, des Kopelman Quartetts, des Mozart-Duos und zu solistischen Auftritten – aus fünf Jahrzehnten.

The New York Times

Das Konzert des Wiener Schubert Trios im Symphony Space galt dem Rezensenten als erstklassig. Man spüre die Stunden der Probenarbeit, doch nie bleibe das Spiel bloß gelernt: Kuschnir, Hornstein und Schuster kennten einander so gut, dass eine Zuneigung hörbar werde, die über das Professionelle hinausreicht. Die Streicher bevorzugten einen schlanken Ton und gingen sparsam mit dem Vibrato um.

T. Page, The New York Times

The Washington Post

Anlässlich einer neuen Konzertreihe in Österreich beschrieb J. McLellan die Aufführungen der Mozart-Trios K. 502, K. 542 und K. 496 als hell im Ton, leicht, scharf akzentuiert und in ihrer Balance hervorragend austariert. Besonders lobend hob er die Zurückhaltung des Pianisten Claus-Christian Schuster hervor; Kuschnir und Martin Hornstein trügen das Ihre zur Eleganz der Phrasierung und zu einem Klima bei, das man am ehesten als „Dialog unter alten Freunden" beschreiben könne – mit einem sehr eigenen Wiener Timbre.

J. McLellan, The Washington Post

The Guardian

Über die Londoner Wigmore-Hall-Serie urteilte H. Cole, das Wiener Schubert Trio versuche, nicht zu überverkaufen, was sich von selbst trage. In Brahms' c-Moll-Trio zeige sich die große Stärke des Ensembles: ein enges Zusammenspiel, in dem keine einzelne Persönlichkeit dominiere – wenngleich der „stilvolle und gebietende" Geiger Boris Kuschnir im Vergleich zu anderen Trios etwas stärker hervortrete.

H. Cole, The Guardian

Neue Kronen Zeitung

B. Sulzer nennt ein Konzert Kuschnirs einen „Glücksfall". Der Künstler sei mit den Werken eng befreundet, wisse um Struktur und Aussage, und eine makellose Technik erlaube ihm eine blitzsaubere Realisierung.

B. Sulzer, Neue Kronen Zeitung

Oberösterreichische Nachrichten

Zu Kuschnirs Mendelssohn: Er lege die Interpretation ganz auf Gesanglichkeit und Innigkeit an und forciere nie. Den süßen Ton behalte er auch in extrem virtuosen Passagen, das Spiel sei mit viel Wärme gestaltet.

G. Ritschel, Oberösterreichische Nachrichten

Kurier

Unter der Überschrift Seiltanz auf vier Saiten würdigte W. Gürtelschmied das Mozart-Duo: der exilrussische Geiger Kuschnir und der Wiener Pianist Schuster. Eine vorteilhafte Partnerschaft – „ernst, seriös der Geiger, vital der Pianist. Eine Qualitätsmischung."

W. Gürtelschmied, Kurier

Kleine Zeitung

Clemens Anton Klug berichtete vom Grazer Musikvereinsdebüt des Wiener Brahms Trios, erweitert um Nikolaj Znaider (Violine) und Julian Rachlin (Viola) zu einem Quintett erster Güteklasse. Mit Beiträgen der beiden Meisterschüler gerieten Schumanns Es-Dur-Klavierquintett und Zugaben von Brahms und Dohnányi zu „berückenden Momenten sphärischen Schönklangs".

Clemens Anton Klug, Kleine Zeitung

Oberösterreichische Nachrichten

R. Tauber hörte Kuschnir im Bach-Konzert für Violine, Oboe und Streichorchester als Zentrum des Abends. Kuschnir mische Intellekt und Emotion auf einprägsame Weise; der Ton sei warm-sinnlich und doch verhalten, die Disziplin kompromisslos, die Virtuosität nie in den Vordergrund gestellt.

R. Tauber, Oberösterreichische Nachrichten

Wiener Zeitung

H. Müller beschrieb die Wiedergabe der Dritten Violinsonate von Delius durch das Mozart-Duo als „reines Vergnügen" – die Kombination eines sehr guten Geigers mit schönem Instrument und passendem Klavierpartner.

H. Müller, Wiener Zeitung

Kleine Zeitung

Ernst Naredi-Rainer erlebte das Wiener Brahms Trio beim fulminanten Finale des Kammermusikzyklus im Musikverein für Steiermark – in der stets perfekt ausbalancierten Stammbesetzung mit der Pianistin Jasminka Stancul und dem „mit seidigem Klang betörenden" Cellisten Orfeo Mandozzi, später erweitert um Julian Rachlin und den Bratscher Lawrence Power. Bei Schostakowitsch riss Rachlin „entschlossen die Führung des Ensembles an sich"; mit musikantischer Frische entfesselten die Musiker Begeisterungsstürme, die drei Zugaben zur Folge hatten.

Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung

Kronen Zeitung Steiermark

Martin Gasser hörte das Wiener Brahms Trio mit Julian Rachlin und Lawrence Power beim Saisonfinale im Stefaniensaal. Den Höhepunkt bildete Schostakowitschs Klavierquintett op. 57: Die fünf Musiker rissen dem Werk „die Maske unbeschwerter Heiterkeit" herunter und legten dahinter tiefschürfende Tragik frei – „bestürzend kraftvolle, essentielle Musik über die Tragik und die Niederungen des Daseins".

Martin Gasser, Kronen Zeitung Steiermark

Die Presse

Walter Dobner besprach das Kopelman Quartett im Musikverein mit Werken von Franck, Borodin und Pendereckis Drittem Streichquartett „Blätter eines nicht geschriebenen Tagebuches". Das aus Absolventen des Moskauer Konservatoriums bestehende Ensemble verbinde Virtuosität mit Flexibilität und Freude an pointierten melodischen Entwicklungen – insgesamt „eine beeindruckende Deutung".

Walter Dobner, Die Presse (24.11.2012)

Auswahl aus dem Archiv Boris Kuschnir. Die Rezensionen stammen aus den Jahren der Wiener Schubert-Trio- und Mozart-Duo-Tourneen sowie späteren Kammermusik-Aufführungen.